Auszug aus der medizinischen Krebsforschung! Die Ursache vor Augen und doch Blind!

Die Ursache vor Augen und dennoch Blind, das ist die Schulmedizin!

 

Hinweise auf die Ursache von Krebs finden Sie im Text kursiv!

 

Eine Behandlung mit einer sauren zellfeindlichen Chemo ist überflüssig und Kontraproduktiv!

 

Einfach die Säure mit NaHCO2 neutralisieren und das war es dann! Bernd Hartmann

 

Wirkungsvollere und verträglichere Chemotherapie

 

Die Arbeitsgruppe von Dr. Felix Kratz an der Klinik für Tumorbiologie in Freiburg hat in den vergangenen Jahren ein Verfahren entwickelt, das die Chemotherapie verträglicher und wirksamer macht. Eine Phase I Studie konnte vor kurzem erfolgreich abgeschlossen werden. Für das kommende Frühjahr ist eine Phase II Studie geplant.

"Man hegt schon lange den Wunsch, Krebsmedikamente zu entwickeln, die sich im Tumor anreichern und vom gesunden Gewebe ferngehalten werden", erklärt Kratz. Seit geraumer Zeit schon weiß man, dass sich Serumproteine wie Albumin in Tumoren anreichern. Das liegt daran, dass die Gefäße, die in den Tumor einsprossen und damit seine Versorgung wie sein Wachstum gewährleisten, brüchige Wände aufweisen.

 

"Die Endothelzellen, die die Gefäße auskleiden bilden keine intakte Schicht. So entstehen in der Gefäßwand Hohlräume von 500 Nanometer Durchmesser. Das Albumin, das nur etwa zwei bis drei Nanometer misst, sackt in diese Löcher ein", erzählt Kratz. Zudem funktioniert das abführende Lymphsystem nur im gesunden Gewebe. Im Tumor ist es oft defekt, sodass große Moleküle wie Albumin nicht mehr abtransportiert werden können. Da Albumin zudem so häufig wie kein anderes Protein im Blut vorkommt, erschien es dem Freiburger Chemiker und Wirkstoffforscher als günstiger Kandidat für seine Pläne.

Im Gewebe pH-Unterschiede intelligent genutzt

"Wir überlegten, wie wir Albumin als Transportsystem nutzen können, um ein Zytostatikum selektiv in Tumoreeinzuschleusen. Wie sollten wir den Wirkstoff ans Albumin koppeln und wie sollten wir die Sollbruchstelle konzipieren?", erinnert sich Kratz. Das Team machte sich zwei verschiedene Dinge zu Nutze. Zum einen hat Tumorgewebe einen höheren Nährstoffbedarf als gesundes Gewebe und von daher auch eine erhöhte Endozytoserate. Auf diese Art nimmt die Tumorzelle ohnehin vermehrt Albumin auf.

 

Zum anderen konnten die Wissenschaftler pH-Unterschiede nutzen. Der extrazelluäre pH-Wert liegt im Tumor um eine Einheit niedriger als im umgebenden gesunden Gewebe. In der Zelle selbst sinkt er dann noch etwas tiefer ab. "Diese beiden pH-Sprünge haben wir genutzt",

 

erklärt Kratz. Im ersten Schritt wird das Albumin als Träger des Zytostatikums in der extrazellulären Matrix der Tumorzellen gehalten und gelangt dann durch Endozytose in die Zelle hinein.

 

Im Inneren wird die säureempfindliche Bindung zwischen Albumin und Wirkstoff dann gelöst.

 

Als zelltoxischen Partner für Albumin wählten die Forscher das etablierte Zytostatikum Doxorubicin.

 

Humanes Serumalbumin, die Kopplungstelle für die säurelabile Bindung mit dem Zytostatikum Doxorubicin ist hervorgehoben. (Abbildung: Kratz)

 

 

"Vor fünf Jahren kamen wir auf die Idee, die Kopplung zwischen Wirkstoff und Albumin nicht außerhalb des Körpers, sondern in der Blutbahn zu erzeugen," sagt Kratz. Den Wissenschaftlern gelang dieses Vorhaben tatsächlich.

 

Mehr noch, sie schufen auch eine säurelabile Bindung, die beim im Blut normalen pH-Wert von 7 stabil ist und in der Tumorzelle bei einem pH-Wert von 5 gespalten wird.

 

Gute Verträglichkeit auch bei vierfacher Dosis

Erste Wirksamkeitsuntersuchungen mit dem albuminbindenden Doxorubicinderivat, DOXO-EMCH in der Maus zeigten reduzierte Nebenwirkungen. Teilweise bildeten sich die Tumore sogar zurück und zwar in weit stärkerem Maß als wenn nur das Zytostatikum alleine verabreicht wurde. Den Tieren konnte man zudem eine vier- bis fünffach höhere Dosis verabreichen als üblich, ohne dass sie Zeichen einer erhöhten Toxizität zeigten. Nach diesen ersten positiven Ergebnissen machten sich die Freiburger Wissenschaftler auf die Suche nach externen Partnern. Es galt die Substanz in größeren Mengen herzustellen, Toxizitätsuntersuchungen vorzunehmen und Prüfmuster zu entwickeln.

 

Mit Doxorubicin alleine behandelnde Nierentumore...

 

...und Nierentumore behandelt mit DOXO-EMCH. (Fotos: Kratz)

 

 

All das dauerte eineinhalb Jahre, dann konnte eine klinische Phase I Studie beginnen. Daran durften nur Patienten teilnehmen, denen die Ärzte keine klinische Option mehr bieten konnten. "Der Tumor war in der Regel bereits metastasiert und fast alle 41 Studienteilnehmer waren stark vorbehandelt", berichtet Kratz. Es zeigte sich, dass durch die Kopplung des Zytostatikums an das Albumin die Dosis des Zellgifts auf das vierfache gesteigert werden konnte und die Verträglichkeit von DOXO-EMCH dennoch gut war.

Bei drei Patienten schrumpfte der Tumor sogar um mehr als die Hälfte. Bei zwei Patienten verkleinerte er sich um ein Viertel und bei einem Drittel der Patienten stabilisierte sich die Erkrankung. Und das ist, wie Kratz betont, ein Gewinn in der Spätphase eines Krebsleidens, in der die Aussicht auf Heilung sehr gering ist.

Phase II Studie im kommenden Frühjahr

Da ein Krankenhaus, wie die Klinik für Tumorbiologie, nicht über die Mittel verfügt, um größere Studien zu finanzieren, hat man nun einen Lizenzvertrag mit dem New Yorker Unternehmen "Innovive Pharmaceuticals" abgeschlossen. Somit kann im kommenden Frühjahr in Deutschland, den USA und Tschechien eine Phase II Studie mit DOXO-EMCH beginnen, an der etwa 50 Patienten mit kleinzelligem Bronchialkarzinom teilnehmen werden, die auf die gängige Erstbehandlung nicht mehr ansprechen. In der multizentrischen Studie, wird die Wirksamkeit des Verfahrens nochmals eingehend geprüft und die Verträglichkeit abgesichert.

 

kb – 13. 12. 2006

© BIOPRO Baden-Württemberg GmbH

Weitere Informationen zum Beitrag:

Dr. Felix Kratz

Klinik für Tumorbiologie

Breisacherstr. 117

79106 Freiburg

Tel.: 0761/206-2905

Fax: 0761/206-2930

E-Mail: felix@tumorbio.uni-freiburg.de

 

 

Krebstherapie und Krebsdiagnostik

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